Provencalische Krippe

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Whisky-Depot Köln

Die Krippe

Im süden Frankreich, also in der Provence stehen zur Weihnachtszeit wünderschöne Krippen in den Dorfkirchen. Diese Krippen spiegeln nicht nur die heimaltiche Umgebung wieder sondern zeigen auch alle Typen aus einem Dorf an der Côte d‘ Azur. Hier sehen wir genau so ein Dorf, mit Bürgermeister, Trüffelschwein, Weinhandlung, und Lavendelpflückern. Und weil die Krippe in einem schottischen Whisky-Laden steht, pfeift selbstverständlich ein Dudelsackspieler vom Dach des Stalls.

Die Krippe wird gestellt vom Whisky-Depot Köln aus Köln-Rodenkirchen.

Die klassischen Figuren

Maria (Maria von Nazaret) ist die im Neuen Testament genannte Mutter des Jesus von Nazaret. Sie lebte mit ihrem Mann Josef und weiteren Angehörigen in der Kleinstadt Nazaret in Galiläa. Maria wird im Christentum als Mutter Jesu Christi besonders verehrt und ist auch im Koran als jungfräuliche Mutter Jesu erwähnt. Außerhalb der neutestamentlichen Quellen ist über die Eltern Jesu historisch nichts überliefert, da nach herrschender Meinung der Forschung alle späteren Quellen vom Neuen Testament abhängig sind. Ihre Existenz und die Namen Maria und Josef werden dennoch von der überwiegenden Mehrheit der Historiker als authentisch angesehen.

Die lukanische Weihnachtsgeschichte (Lk 2,1–20) erwähnt zwar die Futterkrippe, in die das neugeborene Kind gelegt wird, jedoch keine Tiere. Erst das wahrscheinlich nach 600 entstandene Pseudo-Matthäus-Evangelium, eine Ausschmückung der Geburtsgeschichte des Matthäus- und des Lukasevangeliums, berichtet in Kapitel 14: „Am dritten Tag nach der Geburt des Herrn verließ Maria die Höhle und ging in einen Stall. Sie legte den Knaben in eine Krippe, und ein Ochse und ein Esel beteten ihn an. Da ging in Erfüllung, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist: Es kennt der Ochse seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn.

Die scheinbar dummen Tiere Ochse und Esel sind demnach klüger als die Menschen, die trotz ihrer Vernunft nicht erkennen, von wem sie versorgt werden. Die Kirchenväter legen das Motiv als Allegorie spezifischer aus: Der Ochse steht für das Volk Israel und ist manchmal mit einem Joch dargestellt, welches das jüdische Gesetz symbolisiert, und der Esel steht für die Heiden. Das Judentum anerkennt zwar seinen Herrn, erkennt ihn aber nicht in dem Kind, während sich die Heiden dem richtigen Glauben zuwenden.

Als Heilige Drei Könige oder Weise aus dem Morgenland bezeichnet die christliche Tradition die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums  erwähnten „Sterndeuter“, die durch den Stern von Betlehem zu Jesus geführt wurden. Im Neuen Testament werden sie weder als Könige bezeichnet, noch gibt es eine Angabe über ihre Anzahl. Diese Details entstammen einer umfangreichen Legendenbildung, die im 3. Jahrhundert ihren Anfang nahm. Die in der Westkirche verbreiteten Namen Caspar, Melchior und Balthasar werden erstmals in Legenden des 6. Jahrhunderts erwähnt.

Zu den drei Sterndeutern gehören die drei Reittiere Pferd, Kamel und Elefant. Sie symbolisieren die drei damals bekannten Kontinente Europa, Asien und Afrika. In Krippenszenen sind Elefanten eher selten zu sehen, weil sie schon auf Grund ihrer Größe sehr aufwändige und damit teure Figuren sind.

Die bei Matthäus überlieferte Anbetung des Kindes durch die Sterndeuter steht für den Respekt, den hochrangige und gebildete Personen Jesus entgegenbringen. Lukas bezieht in seiner Weihnachtsgeschichte auch die Menschen aus dem einfachen Volk mit ein. So sind es hier die Hirten auf dem Felde, die dem Neugeborenen huldigen. 

Santons de Provence

Neben den klassischen Krippenfiguren finden sich in einer Provencalischen Krippe die „Santons de Provence“, die „kleinen Heiligen der Provence“. Jeder Dorfbewohner kann in der Krippe auftauchen. Provencalische Familien kaufen jedes Jahr eine oder mehrere Figuren zu ihrer Krippe dazu, so dass die Szenerie ständig wächst.

Die Tradition begann mit der französischen Revolution. Im Zuge der Säkularisierung wurden die Kirchen geschlossen, und das Aufstellen von Krippen wurde verboten. Doch die Provencalen umgingen das Verbot, indem sie Charaktere des Alltagslebens in kleinen Figuren aus Brot nachbildeten, bemalten, und diese zu Weihnachten aufstellten. Später ging man dazu über, die Figuren aus Ton zu fertigen. Bis heute werden die Figuren von Hand bemalt.

Als Repräsentant der Stadt kommt der Maire, der Bürgermeister, zur Krippe.

Der Hahn gilt unter anderem als Symbol von Frankreich. Der Ursprung ist nicht eindeutig, da kein Nachweis auf alten Münzen oder Grabsteinen zu finden ist. Man nimmt an, dass der Gallische Hahn aus der Doppelsinnigkeit des lateinischen Wortes gallus entstanden ist, was sowohl Hahn, als auch Gallier bedeuten kann. In der Französischen Revolution 1789 ersetzte der Hahn auf den Heeresfahnen die Insignien des bourbonischen Königtums.

Die Cueilleuse de mimosas, die Mimosen-Pflückerin, kommt gerade mit ihrer Ernte von einem blühenden Mimosenbaum. Die Mimosa pudica stammt aus Südamerika. Sie wächst sowohl im Wald als auch in tropischen und subtropischen Gärten und verbreitet sich rasch. So unter anderem in südeuropäischen Ländern, wie der Provence. Dort gehört sie als fester Bestandteil zum Bild der Landschaft und hat sogar ganze Orte geprägt, darunter das bekannte Bormes-les-Mimosas.

Der Bartoumieu ist traditionell in den meisten Provencalischen Krippen anzutreffen. Er ist eine bäuerliche Figur mit einfachem Gemüt, der oft als Komiker auftritt, der gutem Essen zugeneigt ist und hin und wieder auch ein wenig zu tief in die Flasche schaut. Er ist heute wieder einmal zu spät aufgestanden und hat sich sehr hastig angezogen. Die Hose hängt nur an einem Träger und die rote Mütze sitzt schief auf dem Kopf. Er trägt zwei Körbe voll mit Würsten und hält in seiner Hand einen trockenen Kabeljau.

Was wäre die provencalische Küche ohne den Knoblauch? Die Femme à l’aïl, die Frau mit dem Knoblauch sorgt für die Sicherung des Nachschubs. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Knoblauchs reicht von Zentralasien bis zum nordöstlichen Iran. Er kommt aber auch in vielen anderen Ländern angepflanzt oder verwildert vor. Knoblauch war schon im Altertum als Nahrungs- und Heilmittel bekannt. Ägyptische Sklaven benutzten Knoblauch als Stärkungsmittel und um Läuse und Darmparasiten zu vertreiben. Es ist bekannt, dass die Arbeiter an den Pyramiden eine tägliche Ration erhielten, und bei Kürzung der Ration die Arbeit niederlegten. Außerdem wird ihm in vielen Regionen eine Wirkung als Aphrodisiakum nachgesagt. Knoblauch wurde auch zum Schutz vor ansteckenden Krankheiten als Talisman getragen und als Abwehrmittel gegen Dämonen, Geister und Vampire benutzt.

Die Provence ist die Heimatregion des Echten Lavendels. Der Lavendel ist die charakteristische Pflanze der Hoch-Provence und die weiten Lavendelfelder sind ein beliebtes touristisches Ziel. Wo man nur hinsieht, blickt man auf intensiv leuchtende Lavendelfelder. Die kleinen Knospen beginnen sich sanft zu öffnen, zart blaue bis hin zu tief violette Blüten verwandeln Teile Südfrankreichs in ein einziges, von der Natur geschaffenes Kunstwerk. Um ein gehaltvolles Ausgangsmaterial für die Verarbeitung des Lavendels zu bekommen, wird er am frühen Morgen oder kurz nach einem Regen geerntet. In der Küche eignen sich junge Blätter und weiche Triebe des Lavendels zum Verfeinern von Gerichten wie Eintopf, Fisch, Geflügel, Lammfleisch, Soßen und Suppen. In der Medizin schätzt man die beruhigenden Eigenschaften des Lavendels. Ganz besonders wichtig für die Provence ist aber die Verwendung als Duftstoff. Berühmte Parfümerien, vor allem in Grasse, stellen aus der Pflanze ihre berühmten Duftwässer her. Die Porteuse de lavandes, die Lavendelträgerin bringt die frisch geernteten Pflanzen vom Feld zur Weiterverarbeitung.

Die Marchande de citrons, die Zitronenhändlerin, empfiehlt: Man nehme 200g Mehl, 100g Butter, 1 Esslöffel Zucker, 1 Prise Salz, 1 Ei, Fett für die Form, 120g Zucker, 80g Butter, 2 Eigelb, 1 Eiweiß und den Saft einer Zitrone. Die Zutaten für den Teig gut vermengen, bis ein kompakter Teig entsteht. Diesen in Alufolie gewickelt 2 Stunden kaltstellen. Anschließend den Teig ausrollen und in eine gefettete Tarteform mit 23cm Durchmesser geben. Den überstehenden Teig umklappen. Bei 200°C knapp 10 Minuten vorbacken. In dieser Zeit die Zitrone auspressen und 80g Butter in einem Topf langsam zerlassen. Außerdem 120g Zucker, die Eigelbe und das Eiweiß in einem Topf oder einer Pfanne separat verrühren und vorsichtig erhitzen, dann den Zitronensaft dazugeben, verrühren und vom Herd nehmen. Anschließend die zerlassene Butter der Zitronenmasse beigegeben. Die Creme auf den vorgebackenen Boden gießen und noch mal ca. 20 Minuten bei 160°C backen.

Der Rabassier, der Mann mit dem Trüffelschwein, sucht den Tuber Melanosporum, den besten Trüffel der Welt, der nur in der Provence zu finden ist. Das Schwein folgt seiner guten Nase und wird fast zum Höhlenforscher. Mit einem Cavadou, einer Art kleiner Spitzhacke, birgt der Rabassier dann den wertvollen Pilz. Ein Trüffelschwein findet höchstens zehn Trüffel pro Jahr. Der Duft des Pilzes ähnelt sehr stark dem Androstenon, dem Sexualduftstoff des Ebers, weshalb weibliche, geschlechtsreife Schweine, instinktiv danach suchen. Trüffel waren schon um 3000 v.Chr. in Mesopotamien beliebt. Der ägyptische Pharao Cheops soll ein leidenschaftlicher Trüffelesser gewesen sein, und bei den Römern galt er als Aphrodisiakum. Im Hochmittelalter galt der Trüffel als Inbegriff der Sünde.

Mit dem Wort Boule bezeichnet man in Deutschland das von den Franzosen sehr gerne auf öffentlichen Plätzen ausgetragene Kugel-Spiel. Der korrekte Name ist allerdings Pétanque. Die Franzosen benutzen den Namen Pétanque zur Abgrenzung gegenüber anderen Boule-Sportarten, da Boule allgemein nur die Kugel bezeichnet. Séraphin und Tomin versuchen sich hier gerade bei einem Tête-à-tête, dem Spiel mit nur zwei Spielern, gegenseitig in ihren Pétanque-Künsten zu übertreffen. Gespielt wird aber auch in Mannschaften zu zweit, in einer Doublette, oder zu dritt in einer Triplette. Dabei versuchen die Mannschaften, eine bestimmte Anzahl von Kugeln so nahe wie möglich an eine vorher ausgeworfene Zielkugel zu werfen. Die Bezeichnung Pétanque heißt, dass man die Kugeln mit geschlossenen Füßen, also pieds tanqués wirft. Im Gegensatz dazu gibt es auch eine Variante, bei der drei Schritte Anlauf genommen werden, das Jeu Provençal. Bei dieser dem Pétanque vorausgehenden Spielart werden die Kugeln bis zu 21 Meter weit geworfen.

Der Köbes, der Jakobspilger, ist auf dem Jakobsweg unterwegs, der zwischen Nizza und Arles auch durch die Provence führt. Die Grabstätte des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela entwickelte sich im Mittelalter neben Rom, Jerusalem und Köln zu einem Hauptziel der christlichen Pilgerfahrt. „Köbes“ ist die kölsche Form von Jakob und wurde in Köln, eine der wichtigen Stationen des Jakobsweges, allgemein für alle Jakobspilger verwendet, die an ihrem Pilgerzeichen, der großen Jakobsmuschel, zu erkennen sind. Zurückkehrende oder durchreisende Pilger hatten in den Brauhäusern so viel von ihrer Reise zu erzählen, dass sie von den Wirten kurzerhand als Bierverkäufer eingestellt wurden. Deshalb wird bis heute derjenige, der einem im kölschen Brauhaus das Bier bringt, auf gar keinen Fall Kellner oder Ober genannt, sondern ihm steht immer noch der „Titel“ Köbes zu.

Das Whisky-Depot Köln ist in der Krippe zwar noch nicht vertreten, aber dafür eine rustikale Weinhandlung. Aus dem Weinberg kommt gerade die Erntehelferin mit ihrem Esel und während der Küfer noch einige Fässer ausbessert, werden schon die ersten Flaschen in Holzkisten gepackt.

Eine Turmwindmühle (frz. moulin tour) ist eine Windmühle mit zylindrischem, turmartigem Mühlenhaus aus Stein und fester Kappe, wie sie schon im 13. und 14. Jahrhundert auf Burgmauern, Festungsbauten und Befestigungswällen errichtet wurde.

Auch aus der Bretagne ist Besuch gekommen, der die dort traditionelle Tracht angelegt hat. Während die Kleidung der Männer in der gesamten Bretagne fast identisch ist, trägt diese Bretonin hier eine Coiffe, die Spitzenhaube, die für das Bigoudenland westlich von Quimper typisch ist.

Santons de Cologne

Am 13. Februar 1950, exakt zwei Jahre nach der Vereinsgründung, überreichte die Zirkusdirektorin Carola Williams bei einer in ihrem Zelt stattfindenden Karnevalssitzung dem 1. FC Köln einen jungen Geißbock, weil sie befand, dass es dem Verein noch an einem Glücksbringer fehle. Das Tier wurde nach dem Trainer Hennes Weisweiler auf den Namen „Hennes“ getauft. Der Geißbock, der bei den Heimspielen des Vereins immer dabei war, entwickelte sich schnell zum Identifikationsobjekt. Die Mannschaft erhielt den Spitznamen „Die Geißböcke“ und schließlich wurde Hennes sogar in das Vereinswappen aufgenommen. Seit August 2014 lebt Hennes im Kölner Zoo. Er ist dort in einer einem bergischen Bauernhof nachempfundenen Anlage untergebracht. Als „Santon de Cologne“, als „kleiner Heiliger von Köln“, darf der Geißbock in dieser Krippe natürlich nicht fehlen!

Der Tchantchés ist eine wallonische Volklorefigur. Der wallonische Name „Tchantchés“ hat die Bedeutung „François“,und im übertragenen Sinne auch „Franzose“. Er ist verbunden mit einem schlichten, aber einfallsreichen wallonischen Jungen, der zu Zeiten Karls des Großen lebte. Die Darstellung von Tchantchés ähnelt sehr stark der berühmten Figur des Tünnes aus dem Hänneschen Theater. Der Name Tünnes ist die rheinische Form von Antonius. Tünnes wird als knollennasiger, rustikaler Typ mit friedlichem Gemüt und einer gewissen Bauernschläue dargestellt.

Santons de la police

Der Gendarm von Saint Tropez ist eine französische Filmkomödie mit Louis de Funès aus dem Jahr 1964 und der erste einer sechsteiligen Reihe von Filmen um den Gendarmen Ludovic Cruchot. Regie führte Jean Girault. Der Film startete am 27. Mai 1966 in den bundesdeutschen Kinos.

Wie könnte eine provencialische Krippe ohne den Gendarm und die Nonne Schwester Clotilde auskommen?

Fachmännischen Rat erhält der Gendarm übrigens von einem berühmten Detektiv, der aus London angereist ist.

Santon d’Ecosse

Da diese Provencalische Krippe im einem schottischen Whiskyladen steht, wird hier der klassische Engel mit Trompete auf dem Dach des Stalls durch einen schottischen Piper, einen Dudelsackspieler ersetzt.

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